PORTRAIT

Feuerwehr Duisburg

Schimanski, rauchende Schlote, körperliche Arbeit - Begriffe, die vielen Leser sicherlich im ersten Augenblick mit dieser Metropole in Verbindung bringen. Aber Duisburg hat in den letzten Jahrzehnten viele Veränderungen erfahren, entwickelt sich zwischenzeitlich in eine andere Richtung.

Mittendrin die Feuerwehr (BF und FF), deren Einsatzgebiet durch Autobahnen, Rhein und zahlreiche Unternehmen geprägt ist. Rund 220 Einsatzfahrzeug stehen der Gesamtwehr zur Verfügung, der Personalbestand der BF liegt bei etwas über 530 Mitarbeitern und in den Freiwilligen Feuerwehren versehen knapp 540 Angehörige ihren ehrenamtlichen Dienst.

Die Hauptfeuerwache, hier ist auch die Verwaltung und die Leitstelle untergebracht

 

Standarteinheit auf jeder Wache: DLK 23/12 und HLF 28/40

 
Die Stadt

Duisburg hat rund 504.000 Einwohner und liegt im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Die Gesamtfläche beträgt 232,82 qkm, die Nord-Süd Ausdehnung 25 und die West-Ost Ausdehnung 14 Kilometer. Die Stadt wird vom Rhein durchzogen und war im vergangenen Jahrhundert mit den anderen angrenzenden Großstädten zusammen eine der größten Industriegebiete Europas.

Im Zuge der Automatisierung und der Zechenschließungen geriet auch Duisburg in finanziell schwieriges Fahrwasser. Die Route Industriekultur sowie der Landschaftspark Duisburg-Nord locken heute zahlreiche Touristen an und zeugen von dieser Vergangenheit.

Die Stadt wird von den Bundesautobahnen 3, 40, 42, 59 und 524 durchzogen, es gibt sieben Autobahnkreuze und 21 Autobahn-Anschlußstellen. Innerhalb des Stadtgebietes ist die Feuerwehr für eine Autobahnlänge von 70 Kilometer und außerhalb des Stadtgebietes für 18 Kilometer zuständig. Per Schiene ist Duisburg mit über 800 Zugverbindungen täglich (darunter über 100 ICE- IC- und EC-Züge) erreichbar. Der Güterverkehr rollt auf der Schiene zu 18 innerdeutschen und 55 ausländischen Zielorten in 16 Ländern. 24 km Fernverkehrschienenwege befinden sich auf der Gemarkung von Duisburg.

Eine große Rolle im Bereich der Infrastruktur spielt auch der größte Binnenhafens Europas, der Duisport:

  • Drei Containerterminals

  • vier Containerbrücken bis 50 t,

  • 300.000 m² überdachte Lagerfläche und rund

  • eine Millionen Kubikmeter Lagerraum für Flüssiggüter

sind hier nur einige Stichworte die erahnen lassen, auf welche Risiken sich die Feuerwehr einstellen muß.

Aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs, gerade in den arbeitskräfteintensiven Industrien, wird mit einer sinkenden Einwohnerzahl in den nächsten Jahren gerechnet. Im Jahr 2015 rechnet man nur noch mit etwa 490.000 Einwohnern. Heute leben im Stadtgebiet noch 2.163 Einwohner je Quadratkilometer - durch Wegzug (Arbeitslosenquote Februar 2005: 18,1 %) werden es in Zukunft wohl weniger sein.

 
Geschichtliches

Wie man den Unterlagen des Feuerwehrverbandes Duisburg entnehmen kann gibt es in der Stadt seit 1862 eine Freiwillige Feuerwehr. Auch wenn diese für die damalige Zeit gut organisiert und ausgerüstet zu sein schien wurden die Rufe nach einer Berufsfeuerwehr Anfang des vergangenen Jahrhunderts in der Bevölkerung zunehmend lauter:

 

Im April 1903 brannte im Stadtteil Duissern ein Kolonialwarenladen, zwei Kinder kamen ums Leben. Die Fabrikfeuerwehr der Duisburger Maschinenfabrik AG (damals Bechem und Keetmann) war noch vor dem Eintreffen der öffentlichen Feuerwehr vor Ort und begann mit der Brandbekämpfung. Die Zeitungen griffen dies auf und betonten dabei besonders, daß Kinder von einem beherzten Mann mit einer Leiter aus dem verrauchten zweiten Stock gerettet wurden. Dieser und weitere Brände führten schließlich zur Gründung einer Berufsfeuerwehr.

 

Nachdem im Mai 1903 bereits beschlossen wurde, der Feuerwehr einen Stall sowie zwei Pferde samt Kutscher zur Verfügung zu stellen, fiel im Sommer schließlich die Entscheidung zum Bau einer Feuerwache, der Einstellung von 14 Feuerwehrmännern und der Beschaffung weiterer Ausrüstung. Die acht bereits bestehenden Freiwilligen Feuerwehren und die Turnerfeuerwehr wurden entsprechend dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung beibehalten.

 

Die neue Feuerwache in der Friedensstraße wurde am 9.Mai 1904 eröffnet, rund einen Monat nachdem die BF ihren Dienstbetrieb (offizielles Gründungsdatum: 1.4.) aufgenommen hatte. Zwei Jahre später übernahm man auch den Krankentransport und der Personalbestand wurde kontinuierlich aufgestockt. Für das Jahr 1928 weist die Statistik bereits 84 Mann aus.

 

Am 1.Mai 1920 ging die Feuerwache 2 in Ruhrort in Dienst. Durch die Eingemeindung von Hamborn 1929 vergrößerte sich der Ausrückbezirk dann deutlich. Die Freiwillige Feuerwehr Hamborn besetzte die bestehende Wache ständig, so daß faktisch eine dritte Feuerwache vorhanden war.

 

Nach dem 2.Weltkrieg, in dem die Feuerwehr als Feuerlöschpolizei der Polizei unterstellt war, begann der wie in allen anderen Kommunen auch nach der Währungsreform nicht einfache Wiederaufbau:

 

Ab 1953 gab es eine UKW-Funksprechanlage, 1963 wurden ein Feuerlöschboot und ein Kranwagen in Dienst genommen. Im gleichen Jahr konnte vom Land der erste NAW übernommen werden, 1969 folgte der erste RTW und 1975 nahm der Rettungshubschrauber seinen Flugbetrieb auf. In das gleiche Jahr fiel auch die kommunale Neuordnung in Nordrhein-Westfalen, durch die auch Duisburg weiter wuchs. Homberg, Walsum und Rheinhausen wurden eingemeindet, drei neue Berufsfeuerwachen kamen hinzu.

 

Bereits im Jahr 1964 waren die Feuerwache Süd und 1969 die Hafenwache in Dienst gegangen. 1995 nahm die neue Hauptfeuerwache (Wache 1) ihren Betrieb auf, zwei Jahre später die neue Hafenwache.

Opel Monterey ELW FW 1

Das letzte VLF 28/40 (MAN/Rosenbauer) der Wehr steht auf der FW 4

VW T4 ELW 1 der FW 3

Nur ein "Gastspiel" war den Octopus-Fahrzeugen aus der Magirus-Produktion vergönnt. Wegen technischer Probleme wurden sie bereits nach rund einem Jahr durch TLF 20/24 ersetzt und an den Hersteller zurückgegeben Foto: Dirk Wiesner

 
Feuerwachen

Im Stadtgebiet von Duisburg existieren heute sieben Feuer- und Rettungswachen, eine Feuerlöschbootstation, vier Notarztstützpunkte und eine Rettungshubschrauber-Station. Hinzu kommen 23 Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr in den verschiedenen Stadtteilen. Taktisch sind diese Standorte in die drei Einsatzabschnitte West, Nord und Süd eingeteilt.

Die Einsatzleitung übernimmt bei größeren Einsätzen einer von zwei Beamten vom Einsatzdienst (BvE). Der für den nördlichen Teil des Duisburger Stadtgebietes zuständige BvE ist samt ELW 1 auf der Wache 3, der andere Einsatzleiter auf der Wache 1 stationiert.

Die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist beträgt sowohl im Rettungsdienst als auch bei Bränden und Technischen Hilfeleistungen acht Minuten.

Die Feuerwachen der BF in der Übersicht:

Feuerwache 1

Die Hauptfeuerwache befindet sich in der Wintgensstraße im mittleren Stadtgebiet. Hier sind neben einem Löschzug auch zahlreiche Sonderfahrzeuge, die Amtsleitung und die Leitstelle untergebracht. Für die Verwaltung steht ein modernes mehrstöckigen Gebäude zur Verfügung, die eigentliche Feuerwache befindet sich in einem separaten Gebäude auf dem gleichen Grundstück. Zwischen diesen beiden Komplexen steht eine lang gezogene Flachbauhalle für die Sonder- und Rettungsfahrzeuge. In der größten Feuerwache im Stadtgebiet sind unter anderem auch der Kranwagen, ELW 2, GW-A und zahlreiche Abrollbehälter (CO2, Wasserrettung, Tank etc.) stationiert.

Feuerwache 2 

Das Einsatzgebiet dieser Wache im Stadtteil Laar umfaßt zusätzlich die Stadtteile Ruhrort, Beeck, Beeckerwerth und Teile von Meiderich sowie Bereiche des Rheinufers und des Hafens. Zudem hat sie durch ihre taktisch zentrale Lage eine verstärkte Unterstützungsfunktion, beispielsweise für die Wachen 1 und 3. Derzeit ist die Mannschaft allerdings in Containern untergebracht, da die alte Wache nicht mehr nutzbar ist. Eine Lösung für dieses Problem in Form eines Neubaus ist geplant. Überlegungen gehen dahin, die Wachen 2 und 5 zusammenzulegen. Von der Wache 2 rücken HLF, DLK und RTW aus. 

Feuerwache 3 

In Hamborn befindet sich die Feuer- und Rettungswache 3. Im primären Ausrückbereich liegen neben den Stadtteilen Marxloh und Hamborn auch der Landschaftspark Nord, die Rhein-Ruhr-Halle und die Industrieareale der Grillo AG sowie der Thyssen-Krupp-Stahl AG. Für Einsatzabwicklung stehen in dieser Wache neben einem Löschzug unter anderem AB-Schlauch, AB-Aggregate, AB-Bergung und ein ELW 1 für den nördlichen Stadtbereich zur Verfügung. In nächster Zeit sollen das Hauptgebäude und die angegliederte Rettungswache stückweise renoviert werden. 

Feuerwache 4 

Die Feuerwache 4, der nördlichste Standort der BF, ist im Stadtteil Walsum beheimatet. Hier sind HLF, DLK, drei WLF, drei RTW und ein KTW stationiert. Als Abrollbehälter werden von hier aus u.a. der AB-Holz, -Bindemittel, -Öl/Wasser, -Gefahrgut und einer von zwei AB-Rüst-Schiene zum Einsatz gebracht. 

Feuerwache 5 

Linksrheinisch wird das Stadtgebiet von zwei Feuer- und Rettungswachen versorgt. Eine davon ist die Wache 5 im Stadtteil Homberg. Es handelt es sich um eine der kleinen Wachen in Duisburg, deren Zusammenlegung wie bereits erwähnt mit der FRW 2 geplant ist. 

Feuerwache 6 

Die zweite linksrheinische Wache befindet sich im Stadtteil Rheinhausen. In ihr ist neben dem Löschzug auch der ITW stationiert. Außerdem befindet sich in dieser Wache auch der Standort zur Desinfizierung von RTW und KTW nach entsprechenden Transporten. Die Einsatzkräfte, in ihrem primären Ausrückgebiet leben über 80.000 Menschen, unterstützt die nördlicher gelegene Wache 5 und die Hauptwache im rechtsrheinischen Stadtteil Hochfeld. Zu den Einsatzschwerpunkten zählen der Containerterminal DIT, der Industriepark Logport sowie der Businesspark Asterlagen. 

Feuerwache 7 

Die Wache 7 im Stadtteil Buchholz ist der südlichste Standort. Zum Ausrückbereich zählen neben großstädtischer Bebauung und Industrie auch weitläufige ländliche Bereiche in Richtung Düsseldorf. An Fahrzeugen sind neben einem Löschzug auch PKW, KTW und ein RTW als taktische Reserve vorhanden. 

Feuerwache 8 

Die Hafenwache ist Standort eines TLF 20/24, zweier Feuerlöschboote und eines Rettungsboots. Die Boote rücken im Einsatzfall auch weit über das Stadtgebiet auf den Rhein hinaus aus. Da Duisburg wie bereits erwähnt den größten Binnenhafen Europas hat verfügt die Feuerwehr natürlich auch über ein eigenes Feuerlöschboot. Ein zweites Löschboot ist vom Land Nordrhein-Westfalen an der Wache stationiert, es dient als technische Reserve. 

Das Feuerlöschboot 1 wurde im Jahr 1973 in Mainz-Mombach gebaut. Seine insgesamt drei Monitore ermöglichen eine Ausstoßrate von jeweils 5.000 l Wasser pro Minute, die Wurfweite liegt bei 90 Meter. Durch 26 Schaumrohre kann ein 1.000 m langes und 100 m breites Hafenbecken mit zwei Durchfahrten in maximal 20 Minuten mit einem etwa 10 cm dicken Mittelschaumteppich bedeckt werden. Ein solcher Einsatz auf fließendem Gewässer wäre aus physikalischen Gründen einsatztaktisch aber sinnlos. 

Die technischen Daten des Schiffes: 31,19 m Länge und 7,50 m Breite sowie zwei 350 PS Antriebsmotoren. Im Deckaufbau ist zudem ein Beiboot vorhanden, mit dem Personen aus dem Wasser gerettet oder Einsatzkräfte auf andere Schiffe übersetzen können. 

Auf der Hafenwache versehen vier Feuerwehrangehörige ihren Schichtdienst, drei davon rücken bei Bedarf auch mit dem TLF aus. In jedem Fall bleibt aber immer ein Mann auf dem Boot um im Alarmfall dieses bis zum Eintreffen der restlichen Mannschaft einsatzbereit machen zu können.

 

Die beiden Löschboote in Duisburg
 
Fuhrpark
Magirus/MAN TLF 20/24 der FW 3
   
Magirus/MAN TLF 20/24 der FW 8
   
Iveco Magirus DLK 23/12 der FW 5
   
Iveco Magirus DLK 23/12 der FW 3 (inzwischen ersetzt durch DU-248)
   
Ziegler/MAN HLF 28/40 der FW 7
   
Rosenbauer/MAN HLF 28/40 der FW 3
   

Der Fuhrpark der Duisburger Feuerwehr umfaßt heute insgesamt (BF und FF) rund 220 Einsatzfahrzeuge, Anhänger und Abrollbehälter aller Art von denen hier im Rahmen des Fototeils nur ein Querschnitt gezeigt werden kann.

Als erste Feuerwehr in Deutschland beschaffte die BF im Jahr 1970 ein Wechselladerfahrzeug und baute das System in den vergangenen Jahrzehnten konsequent aus. Besonders interessant ist hierbei, daß heute neben den „normalen Wechselladerfahrzeugen“ auch Trägerfahrzeuge im Bereich der 9-Tonnen-Klasse eingesetzt werden, denen kleinere Abrollbehälter zugeordnet sind.

Heute können die Duisburger Einsatzkräfte auf 13 Wechselladerfahrzeuge und 43 Abrollbehälter zurückgreifen. Zweifelsfrei handelt es sich dabei um eines der größten Wechselladersysteme in Deutschland, wahrscheinlich sogar um das größte.

Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte die Feuerwehr zudem im Wechselladerbereich durch die Beschaffung von sehr geländegängigen MAN-Militärfahrgestellen in den 80er Jahren.

Auf der gleichen Basis, wenn auch in einer niedrigeren Tonnen-Klasse (14 t), wurden in den Jahren 1986 und 1988 von Rosenbauer insgesamt drei VLF 28/20 für Truppbesatzung mit 2.000 l Wassertank und 200 l Schaummittelbehälter beschafft. Eines dieser Fahrzeuge gibt es auch heute noch, es steht als technische Reserve auf der Feuerwache 4.

Hintergrund für die damalige Beschaffung von solch geländegängigen Fahrzeugen waren die Lage am Rhein und die vielen Industrieareale in der Arbeiterstadt. Die VLF versahen planmäßig bis zum Jahr 2002 ihren Dienst und wurden dann durch Fahrzeuge vom Typ Iveco-Magirus Octopus abgelöst.

Aufgrund zahlreicher Probleme und die dadurch entstandenen Ausfallzeiten, die mit dem Einsatzdienst nicht mehr vereinbar waren, wurden diese allerdings im Jahr 2003 wieder an den Hersteller zurückgegeben und durch drei TLF 20/24 auf MAN mit Aufbau von Magirus ersetzt. Wesentliche Neuerung im Vergleich zu den Vorgängerfahrzeugen ist eine aufklappbare Verkehrsleiteinrichtung am Heck. Hinzu kommen zwei Ein-Mann-Haspeln, eine davon mit Warnleuchten zur Absicherung der Einsatzstelle.

Die drei Fahrzeuge sind auf den Wachen 1, 3 und 8 stationiert. Langfristig ist geplant alle Wachen mit einem TLF auszustatten.

In die Planungen für die großen HLF 28/40 als Basisfahrzeuge der Berufsfeuerwehr flossen ähnliche Hintergründe wie bei den Rosenbauer-VLF in den 80er Jahren ein. Nachdem im Jahr 1969 das erste Hilfeleistungsfahrzeug in Dienst gestellt wurde hat sich diese Konzeption in Duisburg bewährt.

Die letzte Beschaffung an HLF bestand aus MAN-Dreiachser mit gelenkter Nachlaufachse und Aufbau von Ziegler. Die heute in Dienst befindlichen HLF verfügen über 4. 000 l Wasser und 1.000 l Schaummittel, die Aufbauten stammen von Rosenbauer und Ziegler.

Im Bereich der Hubrettungsfahrzeuge sind in Duisburg insgesamt neun DLK 23-12 vorhanden. Alle Fahrzeuge (Aufbau und Fahrgestell) stammen von Iveco-Magirus. Letztes Exemplar war 2003 eine der „neuen“ DLK 23-12 in niedriger Bauweise, welche heute ihren Dienst auf der Wache 5 in Homberg versieht. Es handelte sich dabei damals um eine der ersten Drehleitern dieses neuen Typs in der Bundesrepublik.

 

WLF mit AB-Strahlenschutz Meßtechnik, FW 1

WLF mit AB-Schiene

FW 4

WLF mit AB-GSG

FW 4

     

WLF mit AB SW 2000

FW 3

WLF mit AB Atemschutz

FW 1

WLF mit AB Wasserrettung

FW 1

     

Liebherr FwK 1040

FW 1

Schmitz/MAN GW Atemschutz FW 1

Gossler/MAN ELW 2

FW 1

     
Sonderaufgaben

Wie bei jeder Großstadtfeuerwehr müssen auch in Duisburg einzelne Spezialbereiche den verfügbaren Mannschaftszahlen entsprechend aufgestellt werden. Auch die Freiwillige Feuerwehr ist dabei integriert:

Der Löschzug 210 beispielsweise besetzt den Abrollbehälter HFS (Holland Fire System) und verfügt auch über ein eigenes WLF. Der AB-HFS verfügt über eine hydraulisch angetriebene Tauchpumpe und fördert mit Schlauchgröße „F“ 4.000 l/min bei 8 bar (Druckbetrieb) und 8.000 l/min bei 3 bar (Lenzbetrieb).

Der Löschzug 410 (Walsum) ergänzt die Berufsfeuerwehr im Einsatzfall mit dem AB-MANV. Auf diesem Abrollbehälter sind Materialien zur medizinischen Bewältigung eines Massenanfalls an Verletzten verlastet.

Die LG 605 (Friemersheim) verfügt zusätzlich über einen GW-Versorgung, der zusammen mit einem Anhänger genutzt wird. Neben Zeltgarnituren, Stromaggregaten und einem Zelt auf dem Anhänger werden Verpflegung und Getränke für die Erstphase für rund 100 Personen auf dem GW vorgehalten.

Bei anderen Abteilungen stehen insgesamt sieben RW 1 und drei SW 2000 für Sondereinsätze bereit.

Eine eher außergewöhnliche Gruppe ist die Rettungshundestaffel der Feuerwehr. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine rein Duisburger Einheit, sondern eine Kooperation:

Kräfte der BF und FF Duisburg sowie benachbarter Feuerwehren stellen die biologische Ortungsgruppe innerhalb der Staffel (Hund und Hundeführer) und die Feuerwehr Dortmund unterstützt im Einsatz bei Bedarf durch eine technische Ortungs-Komponente.

 
Freiwillige Feuerwehr

In Duisburg stehen insgesamt 50 Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr in 23 Gerätehäusern und an fünf FF-Standorten an Berufsfeuerwehrwachen im ganzen Stadtgebiet bereit. 536 Mann beträgt die Personalstärke.

Als Standardfahrzeuge werden LF 16 TS des Bundes und LF 16 verschiedener Hersteller bei den Löschgruppen eingesetzt. Ein LF 8/6 (Allrad) mit Rettungssatz, Lichtmast und Sprungretter in Friemersheim stellt ein Einzelfahrzeug dar.

Momentan ist man dabei, die alten LF 16 durch moderne LF 16/12 (bzw. zukünftig wahrscheinlich HLF 20/16) zu ersetzen. Erste Fahrzeuge auf MB mit Magirus- und Schlingmann-Aufbau bei verschiedenen Gruppen sind Vorboten dieser Entwicklung.

Neben den Löschfahrzeugen stehen diverse Sonderfahrzeuge wie Wechsellader und die bereits erwähnten RW bzw. SW zur Verfügung.

 
Iveco LF 8/6 (Allrad) Löschgruppe Friemersheim
 

Bei der Löschgruppe Friemersheim der FF

wird dieser Versorgungs-GW auf MB-Basis

zusammen mit einem Anhänger vorgehalten

 
Magirus/MB Atego LF 16/12 der Löschgruppe Marxloh
 
Schlingmann/MB LF 16/12 der Löschgruppe Baerl
 
Rettungsdienst

Die Berufsfeuerwehr Duisburg ist der größte Leistungserbringer im Rettungsdienst der Stadt. DRK, Malteser und Johanniter sind ebenfalls in Notfallrettung und Krankentransport integriert.

Im Jahr 2002 erfolgte die Indienststellung von NEF auf Audi A 6 Avant und somit die Umstellung vom NAW-System auf das Rendezvous-System. Der Vorteil liegt in der flexibleren Einsetzbarkeit des Notarztes, der bei Bagatelleinsätzen durch die generelle Doppelalarmierung mit einem RTW nicht länger unnötig an der Einsatzstelle gebunden wird.

Täglich stehen insgesamt vier NEF an den Krankenhäusern Bethesda (Stadtmitte), Evangelische Krankenanstalten Duisburg-Nord, Johanniter Krankenhaus Rheinhausen und am der Wedau-Klinik in Duisburg-Süd bereit.

An der Wedau-Klinik ist neben dem NEF und einem RTW zudem der Baby-NAW stationiert. Das Fahrzeug wird im Springerverfahren durch die Besatzung des RTW mitbesetzt. Der Mercedes-Sprinter kommt im gesamten Großraum zum Einsatz und hat als eines der wenigen verbliebenen Duisburger Fahrzeuge Blaulichter mit Drei-Linsen-Optik.

Bei den neueren Rettungswagen in Duisburg handelt es sich um Mercedes-Benz Sprinter mit Kofferaufbau. Bis in die 90er Jahre hinein wurden Mercedes Typ T2 (510, 609, 611) beschafft, von denen einige noch heute (teilweise als Reserve) im Einsatzdienst stehen. Im Bereich der KTW werden aktuell Fahrzeuge auf VW T5 genutzt.

In den letzten Jahren ging man übrigens von der NRW-typischen Lackierung (leuchtrot mit weißer Fahrer- bzw. Beifahrertür) ab und beklebt die Einsatzfahrzeuge nun nach einem eigenen Design mit schrägem Steifen.

Seit dem 16.9.1975 ist neben dem bodengebundenen Rettungsdienst ein Rettungshubschrauber an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Duisburg stationiert. In den Jahren seit der Eröffnung der Luftrettungswache wurden weit über 20.000 Einsätze geflogen.

Die Piloten kommen von der Fliegerstaffel West der Bundespolizei (früher Bundesgrenzschutz), die Unfallklinik stellt die Notärzte und die Rettungsassistenten kommen von der BF Duisburg.

Täglich ist der Hubschrauber in der Zeit von 7 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang bei der Leitstelle einsatzbereit gemeldet. Zum Einsatzgebiet zählen das westliche Ruhrgebiet und das weitere Duisburger Umland u.a. mit den Städten Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Bottrop, Gladbeck und Essen und die Kreise Viersen, Neuss, Wesel und Kleve.

 

VW KTW Baby-NAW NEF Audi Quattro
     
 
RTW Binz/MB Sprinter 313   RTW WAS MB/Sprinter 413
 
Einsätze

Im Berichtsjahr 2004 wurden die Duisburger Feuerwehren zu 1.649 Brandeinsätzen, und 1.496 Technische Hilfeleistungen gerufen. Bei 161 Einsätzen kamen dabei auch Kräfte der FF zum Einsatz. In zwei Fällen leistete die Wehr überörtlich Hilfe.

Im Rettungsdienst waren 20.674 Krankentransporte und 30.713 Notfalleinsätze im Stadtgebiet abzuwickeln, davon 8.627 mit dem NEF und 100 mit dem Rettungshubschrauber.

Auffallend mit Blick auf die Einwohnerzahl ist die hohe Zahl der Notfalleinsätze und die der Krankentransporte. Dies, so eine RTW-Besatzung sozusagen "unter der Hand" im Gespräch, liegt wohl in der sozialen Mischung der Bevölkerungsgruppen:

Gerade in Stadtteilen mit hohem Ausländeranteil und großer Arbeitslosigkeit wie in Hamborn oder Laar scheint die Anspruchshaltung an den Rettungsdienst eine andere zu sein als in anderen Kommunen.

„Ich habe schon Patienten drei Mal in einer Schicht gefahren. Vieles ist gar kein Notfall, da wäre der Gang zum Hausarzt absolut ausreichend, Aber die Menschen haben die Haltung, daß wir für sie da zu sein haben. Wenn man aus einem anderen Bundesland kommt oder wie ich vom Land kann man sich das gar nicht vorstellen“, so ein Feuerwehrmann dazu im Gespräch.

 
Stadt im Wandel

Probleme, die auch Folgen der wirtschaftlichen Lage des Ruhrgebietes sind. Aber für die Region und damit auch Duisburg selbst zeichnen sich Veränderungen wie z.B. der Weg hin zum Zentrum für Dienstleister ab. Aus einer ehemaligen Industriebrache beispielsweise entstand zudem der Landschaftspark Nord, im benachbarten Oberhausen ziehen heute der Gasometer und das Einkaufsparadies CentrO Besucher aus Nah und Fern an.

Mit Blick auf diesen Wandel wird auch die Feuerwehr Duisburg Wege finden, neuen Anforderungen gerecht zu werden. Wie bereits angesprochen kann man sich mit den Wachen 2 und 5 eine Verringerung der Wachendichte vorstellen. Mit der konsequenten Nutzung des Wechsellader-Systems und der vollzogenen Umstellung auf das Rendezvous-System im Rettungsdienst konnten schon Kosten - ohne Senkung der Qualität - eingespart werden. Welche Möglichkeiten in der Zukunft denkbar sind, wird man in einigen Jahren sehen.

 
Verf.: Urs Weber (unter großer Mithilfe von Jürgen Truckenmüller sowie Michael Haupt). Fotos: Jürgen Truckenmüller (13), Urs Weber (16)

 

Das Portrait über die Feuerwehr Duisburg ist in der Ausgabe Dezember 2005 in der FFZ erschienen

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 02.12.2014